-
Romea & Julian im Netz
- www.ur.se/romjul
- Das Urheberrecht liegt bei
und die CD ist eine Koproduktion von Sveriges Utbildningsradio AB,
Finlands Svenska Radio, Norsik Rikskringskasting und Danmarks
Radio.
- ISBN
91-26-98784-8
- TEIL 1: MIT LUFTPOST
- Personen: Julian
- Frank (Bassist)
- Tommi (Schlagzeuger)
- Kassandra
- Romea
- In einem Flugzeug
(Propellermaschine)
- Julian: (Gedankenstimme, leichter
Hall, nah am Mikrofon)
ich kann nachts nicht mehr
schlafen und ich ess den ganzen Tag
hm
ich kann nicht
mehr essen und ich schlaf den ganzen Tag, immer wenn ich an dich
denke, trifft mich der Schlag
ach Quatsch
ich kann
nicht mehr essen ich denke nur an dich
- Frank: Hallo Julian
- Julian: (Gedankenstimme)
ich kann nicht mehr denken und ich sehe nur noch
dich
- Tommi: Der ist wieder in seiner eigenen
Welt.
- Frank: Hallo Julian!!
- Julian: Was?
- Tommi: Hier, dein Fallschirm. Wir sind
bei tausend Meter. Es geht gleich los.
- Julian: Danke
-
- Julian zieht den Fallschirm
an.
- Frank:
Achtung
-
- Tommi:
fertig
- Julian:
looooooooos!!
-
- Akustikwechsel, freier
Fall.
-
- Akustikwechsel. Draussen, Sommer.
Vogelgezwitscher.
- Romea: Ich muss jetzt gehen. Kann ich
dein Fahrrad haben?
- Kassandra: Ok, aber sei vorsichtig. Das
Rad ist ganz neu.
- Romea: Und die Kassette mit den
Eisbrechern? Kann ich die auch haben?
- Kassandra: Na gut. Hier. Aber ich
brauche das Rad und die Kassette morgen wieder. Ausserdem soll man
nicht mit Walkman Fahrrad fahren!
- Romea: Ich pass schon auf. Tschüs,
bis morgen!
- Kassandra: Tschüs! Ich ruf dich
heute noch an!
-
- Romea fährt los und klingelt
noch zum Abschied. Sie hört einen Eisbrecher-Song
(Verliebt). Vogelgezwitscher.
- Akustikwechsel. Julian öffnet
den Schirm. Flattern des Fallschirms.
- Julian: Wow!!! Ich fliege!!
-
- Akustikwechsel.
Romea/Fahrrad.
- Romea: (singt vor sich hin)
ich kann nachts nicht mehr schlafen und ich träum den
ganzen Tag, ich kriege wenn ich an dich denke nen
elektrischen Schlag
-
- Akustikwechsel. Subjektive Akustik
Julian.
- Julian: So, hoffentlich lande ich nicht
auf einem Baum
Mensch, was macht die denn da! Hee! Weg da!
Mach Platz! Hau ab! Hallo
! Hörst du
nichts?!
- Romea:
ich kann nichts mehr essen,
ich bin schon ganz dünn
-
- Julian: Hallo! Vorsicht! Pass
auf!!
- Romea:
ich hab Halluzinationen,
ich weiss gar nicht wo ich bin
- Julian: Neeeein!!
- Romea: Iiiiiih!
-
- Ein dumpfer Schlag, das Fahrrad
klappert
Kurze Pause, Vogelgezwitscher.
- Romea: Hallo? He du, kannst du mich
hören?
He, wach auf! Oh nein! Der ist tot! Was mach
ich denn jetzt bloss? Hilfe! Hiiilfe!!
- Julian:
Was
was ist
los?
- Romea: Gottseidank! Er lebt! Bist du
verletzt?
- Julian:
- Verletzt
nein, ich glaube nicht.
Mein Kopf tut so weh. (Gedankenstimme) Ich bin im Himmel.
Und dieses Mädchen, das ist bestimmt ein Engel. Genau, das
muss es sein. Ich bin tot und ich bin im Himmel. Gar nicht so
schlecht
nur mein Kopf tut so weh
- Romea: Wie heisst du?
- Julian: Ich
äh
ich
ich weiss nicht.
- Romea: Du weisst nicht wie du
heisst?
- Julian: Nein, ich
ich habs
vergessen. Mein Kopf tut so weh. (Gedankenstimme) Mensch,
ist die schön! Aber warum hat sie keine Flügel? Sie ist
doch ein Engel
- Romea: Wo wohnst du? Soll ich deine
Eltern anrufen?
- Julian: Meine Eltern?
- Romea: Du musst doch wissen, wo du
wohnst!
- Julian: Ich
nein, ich weiss
nicht
- Romea: (Gedankenstimme) Ach, ist
der süss! Was mache ich denn jetzt? Ich muss ihn mitnehmen.
(normale Stimme) Kannst du aufstehen? Ich bringe dich zum
Arzt.
- Julian: Ja, ich glaube
oh! Mein
Kopf!
- Romea:
-
- (Gedankenstimme) Ist der
süss!! (normale Stimme) Komm, ich halte dich
fest!
- Julian: Ist das dein
Fahrrad?
- Romea:
- Nein, das gehört meiner Freundin.
Mensch, Kassandra wird wahnsinnig! Das Rad ist ja total
kaputt
(Gedankenstimme) Mist, der Walkman ist auch
kaputt! Na, ich habe ja eine Versicherung
-
- Die beiden gehen vorsichtig
los.
- Romea: Gehts?
- Julian: Ja. Aber lass mich nicht
los
-
- Einblendung des
Original-Eisbrecher-Songs:
- ich kann nachts nicht mehr
schlafen
- und ich träum den ganzen
Tag
- ich kriege wenn ich an dich
denke
- nen elektrischen Schlag
- Ich kann nicht mehr essen
- ich bin schon ganz dünn
- ich hab Halluzinationen
- ich weiss nicht wer ich bin
ausblenden.
-
-
- TEIL 2: GANZ NORMAL
- Personen: Julian, Romea, Professor
Schock,
- zwei männliche Patienten der
Nervenklinik
-
- Aussen. Es donnert und fängt an,
heftig zu regnen.
- R: Auch das noch!
- J: Was noch?
- R: Es regnet! Du bist schon ganz
nass!
- J: Du auch!
- R: Da ist die Klinik. Komm
schnell!
-
- Geräusch einer Türklingel.
Dann die Stimme des Professors aus der
Türsprechanlage:
- Professor:
- Willkommen in der Nervenklinik Professor
Dr. Schock. Wie kann ich Ihnen helfen?
- R: Machen Sie auf! Es
regnet.
-
- Die Tür wird geöffnet.
Romea und Julian treten in die Eingangshalle.
- Professor: Guten Tag. Ich bin Professor
Schock.
- R: Ich heisse Romea.
- J: Und ich bin
äh
ich
- R: Er hat alles vergessen. Er hat sein
Gedächtnis verloren. Können Sie ihm helfen, Herr
Professor?
- Professor: Kein Problem. Das dauert nur
ein paar Minuten. Setzt euch. Ich hypnotisiere dich.
-
- Das Ticken eines Metronoms. Von
draussen hört man ab und zu noch Donner.
- Professor: Du bist ganz entspannt.
Gaaaanz locker. Schau mir in die Augen. Guuut. Du bist
müüüde
gaaanz müüüde
sehr gut. Aber nicht einschlafen!
-
- Das Metronom hört auf zu
ticken.
- Professor: Wie heisst du?
- J: Ich
ich weiss
nicht.
- Professor: Was ist der Sinn des
Lebens?
- J: Keine Ahnung.
- Professor: Wieviel ist zwei plus
zwei?
- J: Ich äh
zwei plus zw
also, ich weiss es nicht.
- Professor: Alles klar. Du kannst
aufwachen. Hallo! Wach auf! Aufwachen!!!
- J: Wo bin ich?
- R: Keine Angst, alles ok. Ich bin bei
dir. Und, Herr Professor, was ist los mit ihm?
- Professor: Nichts. Gar nichts. Er ist
ganz normal.
- R: Normal? Aber er hat doch alles
vergessen!
- Professor: Eben. Das ist ganz normal.
Die Jugend von heute hat keine Motivation. Er sagt seinen Namen
nicht. Die Jugend von heute hat keine Religion. Er weiss nicht,
was der Sinn des Lebens ist. Und die Jugend von heute hat keine
Bildung. Er weiss nicht, wieviel zwei plus zwei ist. Also: Er ist
ganz normal.
- R: Sind Sie verrückt? Was sind Sie
denn für ein Psychiater! Mein Freund braucht
Hilfe!
- Professor: Nein. Er braucht keine Hilfe.
Er ist ganz normal.
- R: (sehr wütend) Was? Sie
haben ja nicht alle Tassen im Schrank!
- Professor: Aber du bist nicht ganz
normal. Du brauchst Hilfe. Du bist ja total hysterisch, liebes
Mädchen. Einen Moment, ich gebe dir eine Spritze. Gleich
fühlst du dich besser
- R: Loslassen! Lassen Sie mich sofort
los!! Hilfe!!!
-
- Vom Korridor hört man
plötzlich einen wilden Kampf, Möbel werden
zerschmettert, Glas oder Porzellan zersplittert. Zwei
männliche Patienten der Klinik streiten. Einer
singt:
- Patient 2: Ich kann nachts nicht mehr
schlafen und ich träum den ganzen Tag
- Patient 1: Halt den Mund! Das ist mein
Lied!
- Patient 2: Das ist mein Lied! Ich habe
das selbst komponiert!
- Patient 1: Du? Du spinnst ja! Ich bin
Julian!
- Patient 2: Nein, ich bin Julian!
Die Eisbrecher sind meine Band! Du gehörst in die
Nervenklinik!
- Professor: Aufhören! Sofort
aufhören! Seid still, ihr zwei, oder ich hole die
Zwangsjacken!!!
-
- Der Professor und die zwei Patienten
streiten im Hintergrund weiter.
- J: (flüstert)
Romea?
- R: (flüstert)
Ja?
- J: (flüstert) Los, wir hauen
ab.
- R: (flüstert) Ja! Achtung,
fertig, los!!
-
- Aussenakustik. Es donnert und regnet
in Strömen.
-
-
- TEIL 3: ENTFÜHRT
- Personen: Julian, Romea, Besitzer einer
Wüstchenbude, TV-Moderatorin
-
- Aussen. Stadtgeräusche,
Verkehrslärm.
- J: Ich habe Hunger.
- R: Hast du Geld?
- J: (zählt seine Münzen)
Fünf, sechs, sieben, acht, acht Mark
fünfzig.
- R: Ist das alles?
- J: Hmhm. Und du?
- R: Ich hab gar nichts. Keinen
Pfennig.
- J: Was machen wir jetzt?
- R: Essen. Für acht Mark
fünfzig kriegen wir zwei Würstchen und eine Cola. Das
muss reichen. Komm.
-
- Geräusche einer
Würstchenbude. Im Hintergrund Popmusik aus einem
Fernseher.
- Würstchenbudenbesitzer: Na, ihr
zwei? Was darf's denn sein?
- R: Zwei mal Currywurst. Und eine
Cola.
- Würstchenbudenbesitzer: Kommt
sofort. Kleinen Moment.
- J: Haben Sie eine Toilette?
- Würstchenbudenbesitzer: Na logisch!
Da hinten um die Ecke.
- J: Danke (Er geht zur
Toilette.)
-
- Im Fernsehen wird der Song 'Verliebt'
gespielt: 'Ich kann nachts nicht mehr schlafen, und ich träum
den ganzen Tag
'
- R: Machen Sie lauter, bitte.
Lauter!
-
- Der Fernseher wird lauter. Der Song
wird in den Hintergrund gefadet, und eine Moderatorin fängt
an zu sprechen:
- Moderatorin:
- Das ist der neue Song von den
Eisbrechern, 'Verliebt', Platz eins der deutschen Hitparade. Die
Eisbrecher sind im Moment die Band Nummer eins in Deutschland.
Aber vielleicht nicht mehr lange, denn die Band hat ein grosses
Problem: Heute morgen ist der Sänger der Eisbrecher spurlos
verschwunden. Die Band machte gerade ein neues Video. Für
dieses Video sprangen die drei Jungs mit Fallschirmen aus einem
Flugzeug. Seit diesem Sprung ist Julian, der Sänger, spurlos
verschwunden. Die Polizei glaubt an Entführung. Es gibt eine
Belohnung von 10.000 Mark. Also: Seht ihr diesen Jungen irgendwo,
dann ruft bitte sofort die Polizei an. Das grosse Konzert heute
abend im Stadion fällt wahrscheinlich aus.
-
-
- Der Song wird wieder in den
Vordergrund gefadet.
- Würstchenbudenbesitzer:
- Moment mal
He! Das ist doch dein
Freund, der Junge auf der Toilette, oder?
- R: Was? Nein
nein. Das ist nur
Zufall. Mein Freund sieht ähnlich aus.
- Würstchenbudenbesitzer: Quatsch!
Ich bin doch nicht blind! Das ist der Sänger von den
Eisbrechern! Und du hast ihn entführt, was?
- R: Nein! Moment
-
- Der Würstchenbudenbesitzer
hämmert an die Toilettentür.
- Würstchenbudenbesitzer: He, du da!
Komm raus! Ich weiss, wer du bist!
- J: (durch die geschlossene
Tür) Moment! Ich kann jetzt nicht!
- Würstchenbudenbesitzer: Los, raus
da! Du bist zehntausend Mark wert! Wir gehen jetzt zur
Polizei!
- R: Hören Sie doch auf!
- Würstchenbudenbesitzer: Komm schon,
Junge, raus jetzt!
- R: Tut mir leid, aber das muss
sein.
-
- Romea schlägt den
Würstchenbudenbesitzer mit einer Bratpfanne nieder. Er
stöhnt und fällt zu Boden.
- Würstchenbudenbesitzer: Oh, mein
Koooopf
- R: Los, komm raus, wir müssen weg
hier! Sofort!
-
- Die Toilettentür wird
geöffnet.
- J: Was ist denn los?
- R: Ich erklär dir alles
später. Los, lauf!
- J: Halt, meine Hose! Meine
Hose!!
- R: Vergiss deine Hose! Lauf!
-
-
- TEIL 4: FRISCH
GEDUSCHT
- Personen: Julian, Romea, Kassandra,
Romeas Vater, Romeas Mutter
-
- Innen, im Korridor. Romea schliesst
die Wohnungstür auf.
- R: So, wir sind da. Komm
rein.
- J: Schöne Wohnung. Wo
wo sind
deine Eltern?
- R: Bei der Arbeit. Die kommen erst heute
Abend. Hier ist mein Zimmer.
-
- (Romea öffnet eine
Tür)
- J: Hm
was sind das für
Poster?
- R: Das äh
das ist meine
Lieblingsband, die Eisbrecher. Kennst du die?
- J: Eisbrecher? Nein, nie gehört.
Du, sag mal
- R: Ja?
- J: Meinst du, ich kann hier
duschen?
- R: Klar! Hier ist das Badezimmer.
(Romea öffnet wieder eine Tür)
- J: Also dann bis
gleich
- R: Bis gleich.
-
- Man hört die Dusche. Julian
singt unter der Dusche: 'Ich bin schüchtern, ich bin so
schüchtern
'. Im Wohnzimmer klingelt das
Telefon.
- R: Ja, hallo?
- Kassandra (Telefonstimme): Na, was ist
mit meinem Fahrrad?
- R: Oh, Kassandra! Deinem Fahrrad? Also,
ich
ich
dein Fahrrad
ich geb dir mein
Fahrrad.
- Kassandra: Ist was passiert?
- R: Passiert? Das kann man wohl sagen.
Rate mal, wer gerade hier unter der Dusche steht.
- Kassandra: Dein Vater?
- R: Nein, nicht mein Vater. Der
Sänger von den Eisbrechern.
- Kassandra: Waaas? Julian?
- R: Genau. Julian.
- Kassandra: Das gibts doch gar nicht! Ich
komme sofort zu dir. Ich will ihn sehen. Du musst mir alles
erzählen!
- R: Das geht nicht. Er hat sein
Gedächtnis verloren.
- Kassandra: Wie bitte? Was hat er
verloren?
- R: Er hat alles vergessen. Er weiss
nicht, wer er ist. Er weiss nicht, wie er heisst, er hat keine
Ahnung, dass er Julian ist.
- Kassandra: Du lügst
doch!
- R: Du bist meine beste Freundin. Ich
lüge nicht!
-
- Romeas Eltern kommen nach
Hause.
- R: Du, meine Eltern kommen. Ich ruf dich
später an. Tschüs.
- Kassandra: Aber
-
- Romea legt auf.
- Romeas Mutter: Hallo Romea!
- R: Hallo Mama. Wieso kommt ihr denn
jetzt schon?
- Romeas Mutter: Wir haben heute beide
frei. Wir waren einkaufen. Hast du schon gegessen?
- R: Ja... eine Currywurst.
- Romeas Vater: Hallo Romea
die
Dusche?! Sag mal, hast du die Dusche angelassen?
- R: Nein, ich
nein,
wieso?
- J: (brüllt durch die
geschlossene Badezimmertür)
- Welches Handtuch kann ich nehmen? Das
rote?
- Romeas Vater: Wer ist denn da im
Badezimmer?
- R: Nein, Papa! Geh da nicht
rein!
-
- Romeas Vater öffnet die
Badezimmertür.
- J: Guten
guten Tag.
- Romeas Vater: Guten Tag. Wer bist du?
Was machst du hier?
- R: Papa, warte doch! Ich kann dir alles
erklären!
- Romeas Mutter: Lass ihn doch erstmal
fertig duschen.
- Romeas Vater: Na gut. Aber ich bin
gespannt auf deine Erklärung, Romea.
-
-
- TEIL 5: ALLERGISCH
- Personen: Julian, Romea, Romeas Mutter,
Romeas Vater
-
- Innenakustik. In der Wohnung von
Romeas Eltern.
- R: Papa, du musst das verstehen. Er hat
eine Allergie. Er muss fünfmal am Tag duschen, sonst geht
seine Haut kaputt!
-
- Romeas Mutter: Da kommt er ja, der junge
Mann.
- Romeas Vater: Bitte, setz dich. Wie
heisst du eigentlich?
- J: Ich äh,
ich heisse, mein
Name ist
- R: Fritz. Fritz. Fritz
Müller.
- J: Genau. Fritz Müller.
- Romeas Vater: Also, Fritz Müller.
Kennst du Romea schon lange?
- J: Na, also
wie lange kenne ich
dich schon?
- R: Mach keine Witze. Wir kennen uns
schon eine Ewigkeit! Äh, seine Schwester ist in meiner
Klasse.
- Romeas Mutter: Und was machst du, Fritz?
Studierst du?
- J: Studieren, tja
also eigentlich
gehe ich
- R: Fritz arbeitet bei einer
Computerfirma. Er ist Programmierer.
- J: Naja, ich lerne noch. In zwei Jahren
bin ich fertiger Programmierer. Aber du, ich muss jetzt wirklich
gehen. Danke für die Dusche.
- R: Ist deine Allergie schon
besser?
- J: Meine was? Ach so, meine Allergie!
Ja, viel besser. Auf Wiedersehen. Es war nett, Sie
kennenzulernen.
- Romeas Mutter und Vater: Auf
Wiedersehen!
- R: Ich bring dich raus.
-
- Die Wohnungstür wird
geöffnet. Akustikwechsel, im Treppenhaus.
- J: Fritz Müller! Bist du
wahnsinnig?
- Romea (ironisch): Wieso?
Vielleicht heisst du ja wirklich Fritz Müller!
- J: Können wir uns heute noch
treffen? Heute abend, um sechs im Park?
- R: Um sechs im Park? O.k.
Tschüs.
- J: Tschüs.
-
- Romea geht wieder hinein. Die
Wohnungstür wird geschlossen.
- Romeas Mutter: Romea! Ich muss mit dir
sprechen.
- R: Ja, Mama?
- Romeas Mutter: Sag mal, du bist doch
nicht verliebt in diesen Jungen?
- R: Wieso?
- Romeas Mutter:
- Ein Computerprogrammierer. Fritz
Müller! Das ist doch nichts für dich! Du solltest dir
einen Popstar suchen!
- Romeas Vater: Oder einen Fussballspieler
der Nationalmannschaft!
- Romeas Mutter: Oder einen
Ballettänzer.
- Romeas Vater: Oder einen
Rallyefahrer.
- Romeas Mutter: Aber doch nicht so einen
langweiligen Müller-Typen!
- R: Ihr seid langweilig! Mensch,
das ist doch nicht eure Sache! Ich gehe in mein
Zimmer!!
-
- Romea geht in ihr Zimmer und knallt
die Tür zu. Im Wohnzimmer schalten ihre Eltern die
Stereoanlage ein. Musik dröhnt durch die
Wohnung.
- R: (brüllt aus ihrem
Zimmer)
- Papa! Mama! Macht diese furchtbare Musik
leiser! Ich mache hier Hausaufgaben! Papaaa! Mamaaa!!!
- Romeas Vater:
- Warum wird das Kind immer gleich so
hysterisch?!
-
-
- TEIL 6: DIE BESTE
FREUNDIN
- Personen: Julian, Romea, Frank, Tommi,
Kassandra
-
- Aussenakustik, im Park. Man
hört, wie Julian mit seinem Mobiltelefon eine Nummer
wählt.
- Tommi: (am anderen Ende der Leitung)
Hallo, hier sind die Eisbrecher, Tommi am Apparat.
- J: Hallo Tommi, ich bin's,
Julian.
- Tommi:
- Julian? Wo bist du? Was ist los? (er
brüllt) He Frank! Julian ist am Telefon!
- Frank: (brüllt im Hintergrund)
Was? Julian! Komm sofort her! Wir müssen proben. Heute
abend ist doch das Konzert im Stadion.
- J: Ich
also seid jetzt bitte nicht
böse.
- Tommi: Was?
- J: Ich komme nicht. Das Konzert
fällt aus.
- Frank: (brüllt) Was hat er
gesagt?
- Tommi: Er kommt nicht. Das Konzert
fällt aus.
- Frank: (noch im Hintergrund) Gib
mir mal das Telefon her. (spricht jetzt am Hörer)
Julian? Bist du verrückt? Was ist los?
- J: Ich komme nicht.
- Frank: Wieso nicht? Bist du krank? Hast
du Drogen genommen?
- J: Viel schlimmer. Ich bin verliebt. Sie
heisst Romea.
- Frank: Was? Verliebt? Das darf doch
nicht wahr sein!! (er flüstert zu Tommi) Los Tommi,
mach den Computer an!! Wir müssen ihn finden!
- J: Was hast du gesagt?
-
- Im Hintergrund piepst Tommis
Computer.
- Frank: Ach, nichts. Warum kannst du
nicht kommen? Romea kann doch mitkommen.
- J: Das geht nicht! Sie weiss nicht, wer
ich bin. Sie weiss nicht, dass ich Julian bin. Und wenn sie das
merkt, dann liebt sie mich vielleicht nicht mehr. Ich muss jetzt
weg. Seid nicht böse. Tschüs!
-
-
- Akustikwechsel, subjektive Akustik
bei Frank und Tommi.
- Frank: Julian! Juuliaan!! Scheisse! Er
hat aufgelegt.
- Tommi: Kein Problem. Wir finden ihn.
Moment
.
-
- Der Computer piepst.
- Tommi: Hm... ja, alles klar. Wir haben
ihn. Er ist im Park.
- Frank: Los, wir schnappen
ihn!
-
- Innenakustik, Romeas Zimmer. Romea
telefoniert.
- R: Also Kassandra, was soll ich
machen?
- Kassandra: Lass die Finger von
ihm. Das Beste ist, du siehst ihn nicht mehr.
- R: Das geht nicht. Ich bin so verliebt.
Wenn ich ihn nicht mehr sehe, dann sterbe ich.
- Kassandra: Hör auf mich, Romea. Ich
bin deine beste Freundin.
- R: Er wartet auf mich, im Park. Ich muss
zu ihm gehen!
- Kassandra: Nein, Romea, tu das nicht! Er
bricht dein Herz. Dieser Julian ist ein Popstar! Der nutzt dich
doch nur aus, und dann schmeisst er dich weg.
- R: Das glaube ich nicht. Julian doch
nicht!
- Kassandra:Popstars sind doch alle
gleich. Er ist reich und berühmt. Er hat tausend
Mädchen. Was soll er denn mit dir?
- R: Ich glaube, er ist verliebt in mich.
Und er weiss doch gar nicht, dass er reich und berühmt
ist!
- Kassandra: Du musst mir glauben. Ich
will dir doch nur helfen! Geh nicht in den Park!
- R: Ich muss nachdenken
- Kassandra: Geh nicht hin. Ich rufe dich
später wieder an.
- R: Ich muss
nachdenken
- Kassandra: Geh nicht hin! Tschüs.
(Sie legt auf.)
-
-
- TEIL 7: NICHTS ALS
LÜGEN
- Personen: Julian, Romea, Frank, Tommi,
Kassandra
-
- Aussenakustik, im
Park.
- Kassandra Julian!
Julian!
- J Ja? Was ist denn?
- Kassandra Ich heisse
Kassandra.
- J: (betont unhöflich) Na
und?
- Kassandra Du bist doch Julian von
den Eisbrechern.
- J Das weiss ich selbst. Was willst
du?
- Kassandra Ich bin Romeas beste
Freundin.
- J: (plötzlich ganz
interessiert) Was ist mit Romea?
- Kassandra Romea weiss, wer du
bist.
- J: (wird wütend) Was? Hast
du das gesagt?
- Kassandra Nein. Sie hat es die
ganze Zeit gewusst. Sie hat es mir schon gestern
gesagt,
- am Telefon.
- J Was? Sie hat es die ganze Zeit
gewusst?
- Kassandra Ja. Von Anfang an. Sie
hat dich angelogen.
- J Ich Idiot! Und ich habe ihr
geglaubt. Ich habe mich sogar in sie verliebt!
-
- Man hört Schritte. Es ist
Romea.
- R Hallo! Hallo!!
- J Lass mich in Ruhe.
- R Was ist los? Kassandra? Was
machst du denn hier?
- J Verschwinde. Hau ab. Ich will
dich nie wieder sehen.
- R Warum? Was ist denn
passiert?
- J Du hast die ganze Zeit gewusst,
wer ich bin. Und du hast mir nichts gesagt.
- R Kassandra! Hast du ihm das
erzählt?
- Kassandra Ja. Ich lüge ja
nicht. Ich bin ja nicht so wie du.
- R Du Schlange! Und du sagst, du
bist meine beste Freundin? Ich bring dich um!
-
- Romea geht auf Kassandra los, die
beiden Mädchen kämpfen.
- Kassandra Au! Lass mich los! Lass
meine Haare los! Das tut weh!
- R Das soll auch wehtun! Du bist
eine Verräterin!
- Kassandra Au! Hör
auf!
- R Warum hast du das
gemacht?
- Kassandra Du hast ihn nicht
verdient! Julian ist viel zu gut für dich!
- R Du bist doch nur neidisch!
Eifersüchtig!
- Kassandra Ich? Quatsch!
-
- Zwei Motorräder
kommen.
- Tommi Da! Da ist er! Gib
Gas!
-
- Die Motorräder bleiben bei
Romea, Kassandra und Julian stehen.
- Frank Julian! Kommst du freiwillig
mit oder müssen wir dich fesseln?
- J: (traurig, apathisch) Nein, ich
komme schon.
- Frank Was ist denn los? Was ist
denn mit deiner Romea?
- J Vergiss es. Ich liebe sie nicht
mehr
- Tommi Also los dann, komm. Wir
müssen proben! Heute abend spielen wir im
Stadion.
- R: (versteht nur langsam, was los
ist) Moment mal
- J Los, wir gehn. Ich will die zwei
Mädchen nie wieder sehen.
- R Halt mal! Julian! Du weisst, wer
du bist?
- J Natürlich. Ich bin doch
nicht blöd!
- Kassandra Kann ich eine Freikarte
haben für das Konzert?
- R Halt die Klappe, Kassandra!
Julian! Du hast mich angelogen! Du hast dein Gedächtnis gar
nicht verloren!
- J Nein, hab ich nicht. Du hast ja
auch die ganze Zeit gewusst, wer ich bin. Also sind wir quitt. Es
steht eins zu eins. Tschüs.
-
- Die Motorräder
starten.
- R Halt, warte doch! Ich kann dir
alles erklären!
- J Nein danke. Es ist aus. Zuviele
Lügen!
-
- Die Motorräder fahren
los.
- R Warte doch! (zu sich
selbst) So ein Idiot!
- Kassandra Und mein Fahrrad will ich
wiederhaben. Sofort!
- R Ach lass mich in Ruhe, du
blöde Kuh!
-
-
- TEIL 8: DEPRESSIONEN
- Personen: Julian, Romea, Frank,
Tommi,
- Romeas Vater, Romeas Mutter,
- Moderatorin (dieselbe wie in Teil 3,
aber diesmal im Radio)
-
- Innenakustik, Romeas Zimmer. Es
klopft an der Tür.
- R: Ich will alleine sein!
- Romeas Vater: (von draussen, durch
die Tür) Aber Kind! Du musst doch was essen!
- R: Ich will nicht essen!
- Romeas Vater: Was willst du
dann?
- R: Ich will sterben!
-
- Im Wohnzimmer.
- Romeas Vater: Ich mache mir wirklich
Sorgen.
- Romeas Mutter: Sie hat Liebeskummer. Das
ist normal.
- Romeas Vater: Liebeskummer? Sie hat
Anorexie, und sie ist hysterisch.
- Romeas Mutter: Ach Quatsch! Lass mich
mal mit ihr sprechen. Von Frau zu Frau.
-
- Romeas Mutter geht in Romeas
Zimmer.
- R: Lass mich, Mama! Ich will
sterben.
- Romeas Mutter: Ist es so
schlimm?
- R: Noch viel schlimmer. Es ist alles
aus.
- Romeas Mutter:
- Mit diesem langweiligen Computertypen?
Aber Kind, der war doch sowieso tote Hose. Du findest bestimmt
bald einen besseren.
- R: Mama, du hast keine Ahnung. Bitte
lass mich jetzt allein.
- Romeas Mutter:
- Hör doch ein bisschen Musik. Das
hilft immer. Ich mach das Radio an.
- Moderatorin:
-
und zum Schluss eine gute Meldung
für alle Eisbrecher-Fans: Julian, der Sänger, ist wieder
da. Das Konzert heute Abend im Stadion findet also
statt.
-
- Im Radio kommt der Eisbrecher-Song
'Verliebt'. Romea heult. Fadeout.
-
- Innenakustik, Proberaum der
Eisbrecher. Derselbe Song, die ersten Takte.
- Tommi: Julian!
-
- Keine Antwort. Die Musik bricht
ab.
- Tommi: Julian!
- J: (erschrocken) Was? Was
ist?
- Tommi: Du! Fang an zu
singen!
- J: Entschuldigung. Ich kann mich nicht
konzentrieren.
- Frank: Das hat keinen Sinn. Hallo,
Julian!! Du bist ja gar nicht da. Diese Romea hat dir total den
Kopf verdreht.
- J: Sie hat mich angelogen. Die ganze
Zeit.
- Frank: Du hast sie doch auch angelogen!
Also hör auf mit dem Blödsinn. In zwei Stunden
fängt das Konzert an.
- J: Ich kann nicht singen. Es geht
nicht.
- Tommi: Doch, es muss gehen! In zwei
Stunden sind ein paar tausend Leute im Stadion und warten auf
dich!
- J: Egal. Ich kann nicht. Ich will
sterben. Sag den Leuten, ich bin tot.
-
- Frank: Hör mal, du verwöhntes
Baby! Wenn du jetzt nicht gleich singst, bist du wirklich bald
tot!
- J: Ist mir egal
- Tommi: Frank, lass mal, so geht das
nicht. Ich habe eine Idee.
- Frank: Ach ja? Was denn für eine
Idee?
- Tommi: Wo wohnt sie denn eigentlich,
deine Romea?
- J: Ach hör auf. Ich hab sie schon
vergessen.
- Tommi: Sag schon, wo wohnt
sie?
- J: Zu spät. Das hat alles keinen
Sinn mehr. Es ist vorbei. Aus und vorbei.
- Tommi: Frank, hilf mir
mal
- Frank: O.k.
-
-
- Tommi und Frank packen Julian und
kitzeln ihn. Julian muss fürchterlich lachen.
- J: (brüllt vor Lachen)
Aufhören! Hört sofort auf!
- Tommi: Sag uns wo sie wohnt!
- J: (lacht weiter) Nein! Aufhören!
Schluss!
- Frank: Wo wohnt sie?
- J: (lacht) Ich sage kein
Wort!
- Tommi: O.k., du lässt uns keine
andere Wahl. Los Frank, zieh ihm die Schuhe aus
- J: (lacht) Nein!!! Nicht die
Füsse! Nicht an den Füssen kitzeln! Das halte ich nicht
aus!!
- Frank: Die Adresse! Los, wo wohnt
sie?
- J: (lacht, aber schon etwas
erschöpft) Fi
Fischerstrasse.
- Tommi: Hausnummer?
- J: (erschöpft)
5.
- Frank: Nachname?
- J: (völlig erschöpft)
Schmitt. Mit zwei t.
-
-
- TEIL 9: NOTWEHR
- Personen: Romea, Frank, Tommi, Romeas
Vater, Romeas Mutter
-
- Innenakustik, in der Wohnung von
Romeas Eltern. Es klingelt an der Tür. Die Tür wird
geöffnet.
- Romeas Vater: Guten Abend.
- Tommi: Guten Abend. Wohnt hier Romea
Schmitt?
- Romeas Vater: Wer seid ihr? Was wollt
ihr?
- Frank: Wir äh
wir sind
Freunde von Romea. Ist sie da?
- Romeas Mutter: Ja, aber sie will
niemanden sehen. Sie ist krank.
- Tommi: Wir müssen mit ihr sprechen.
Unbedingt.
- Romeas Mutter: Ihr seid doch bestimmt
Freunde von diesem Fritz. Diesem Computertypen. Fritz
Fritz
Müller.
- Frank: Fritz Müller? Nein, wir
kennen keinen Fr
autsch! (er verstummt, weil Tommi ihm
auf den Fuss tritt)
- Tommi:
- Fritz Müller. Genau. Wir sind seine
Freunde. Können wir jetzt mit Romea sprechen?
-
- Im Hintergrund wird eine
Zimmertür geöffnet.
- Romea: (weinerlich) Was wollt ihr
denn hier? Geht weg!
- Tommi: Du musst uns helfen! Wir brauchen
dich! Jetzt, sofort!
- Romea: Nein, ich will nicht! Geht
weg!
- Romeas Vater: Ihr habt doch gehört,
sie will nicht mit euch sprechen!
- Frank: Es handelt sich um einen
Notfall!
- R: (heult los) Er hat alles
kaputtgemacht. Warum hat er gelogen? Warum nur?
- Romeas Mutter: Ihr seht doch, Romea ist
krank. Geht jetzt.
- Frank: Tut mir leid. Das geht nicht. Wir
brauchen Romea. Jetzt.
- Romeas Vater: (sehr männlich und
bestimmt) Jetzt hört ihr mal zu, ihr zwei. Romea ist
meine Tochter, und das ist meine Wohnung. Und wenn ich sage, ihr
sollt verschwinden, dann verschwindet ihr. Ist das
klar?
- Tommi: Bitte verstehen Sie doch. Wir
haben Probleme. Grosse Probleme mit
äh
mit dem
Computer. Romea muss uns helfen.
- Romeas Vater: (sehr energisch)
Raus jetzt! Raus, alle zwei!
- Frank: Tommi, es muss sein. Wir haben
keine andere Wahl. Los!
-
- Geräusche eines kurzen Kampfes.
Romeas Eltern rufen um Hilfe und protestieren, aber sie werden von
Frank und Tommi überwältigt.
- Romea: Wow! Was war das
denn?
- Frank: Jiu-Jitsu. Schwarzer Gürtel.
Und Tommi macht Mikado.
- Tommi: Romea, hast du ein Seil oder eine
Schnur?
- Romeas Mutter: Romea, was machst du? Die
zwei sind Kriminelle! Du kannst ihnen doch nicht
helfen!
- Tommi: Romea! Wir brauchen
dich.
- Frank: ER braucht dich.
- Tommi: Du musst ihm
verzeihen.
- Frank: Er liebt dich.
- Tommi: Wirklich. Er hatte nur Angst,
dass du ihn nicht liebst, wenn du weisst, wer er
ist
- Romea: Moment! (Sie sucht etwas)
Hier, geht das?
- Frank: Das geht. Tommi, wir fesseln die
Eltern ans Sofa.
-
- Man hört, wie die zwei gefesselt
werden.
- Romeas Vater: Nicht so fest! Das tut
doch weh!
- Romeas Mutter: Romea! Bleib hier! Dieser
Computerfritz ist nichts für dich. Und sieh mal, was er
für Freunde hat!
- R: Mama, Papa, bitte seid nicht
böse. Ich muss gehen. Er braucht mich. Ich muss zu
ihm.
- Tommi: Alles klar. Die sitzen fest auf
ihrem Sofa. Los, wir gehen.
- Frank: Moment noch. Wo ist die
Fernbedienung?
- Romea: Hier.
- Frank: Hier, Herr Schmitt. In einer
Stunde können Sie den Computerfritzen sehen. Und ihre Tochter
auch. Auf Kanal drei. Schönen Abend noch.
- Romeas Vater: Ich werde euch schon noch
kriegen, ihr
ihr
Ihr kommt ins Gefängnis, darauf
könnt ihr Gift nehmen!
- Tommi: Los, wir haben's eilig! Julian
ist völlig fertig und wir haben nur noch eine Stunde
Zeit!
- Romea: Tschüs Mama, tschüs
Papa!
- Romeas Vater: Ach Kind, du bist ja total
hysterisch!
-
-
- TEIL 10: DU UND ICH
- Personen: Romea, Julian, Tommi, Frank,
Romeas Vater, Romeas Mutter,
- Kassandra, Professor Schock
-
- Aussenakustik, im Stadion. Tausende
von Fans warten auf den Beginn des Konzerts.
- J: Guten Abend. Ich heisse
Julian.
- Tommi: Ich heisse Tommi.
- Frank: Ich heisse Frank
-
- J: Und wir sind
- Alle drei zusammen: Die
Eisbrecher!
-
- Ohrenbetäubender Lärm, die
Fans werden hysterisch. Musik fängt an, der Song 'Verliebt'.
Nach Ende des Songs frenetischer Applaus.
- J: Das war 'Verliebt'. Als nächstes
spielen wir 'Schüchtern'.
-
- Der nächste Song,
'Schüchtern'. Danach Applaus.
- J: Liebe Freunde, ich möchte euch
jemanden vorstellen. Das schönste Mädchen auf der Welt.
Meine Freundin.
- R: Guten Abend. Ich heisse Romea
Schmitt.
- J: Mit zwei t.
-
- Song 3, das Duett 'Du und Ich'.
Während des Solos fadeover in die Wohnung von Romeas Eltern.
Die Musik geht weiter, aber jetzt kommt sie aus dem Fernseher von
Romeas Eltern.
- Romeas Mutter: Siehst du das? Unsere
Tochter! Unsere Romea! Ich bin so stolz!
- Romeas Vater: Ach, das arme Kind hat ja
gar nichts gegessen!
-
- Fadeover zu
Kassandra.
- Kassandra: Ok, Julian. Du kannst sowieso
nicht singen. Und ausserdem ist Tommi viel süsser als
du!
-
- Fadeover zu Professor
Schock:
- Professor Schock: Moment mal... das ist
doch der, den ich hypnotisiert habe! Also, der ist ja wirklich
nicht normal!!
-
- Fadeover zurück ins Stadion.
Nach dem Ende des Songs anhaltender Applaus.
Fadeout.
-
-
- Verliebt
- ich kann nachts nicht mehr
schlafen
- und ich träum den ganzen
Tag
- ich kriege wenn ich an dich
denke
- nen elektrischen Schlag
- ich kann nichts mehr
essen
- ich bin schon ganz
dünn
- ich hab
Halluzinationen
- ich weiss gar nicht wo ich
bin
- ich mach mir immer in die
Hose
- wenn du plötzlich vor mir
stehst
- und ich will am liebsten
sterben
- wenn du dann wieder gehst
- wenn ich dich von weitem
sehe
- wird mir heiß und kalt vor
Schreck
- doch du lässt mich einfach
stehen
- und dann bist du wieder weg
- ich bin verliebt das ist zum
kotzen du gehst nicht aus meinem Kopf
- ich kann ohne dich nicht leben ich
drück auf den roten Knopf
- ich bin verliebt und das ist
Scheiße denn es macht das Leben
schwer
- ich muss immer an dich denken
hör doch auf ich kann nicht mehr
- heute war ich in der
Klinik
- und ich hab den Arzt
gefragt
- gibt es Pillen gegen
Liebe?
- Leider nein, hat er gesagt
- ich steh dauernd vor dem
Spiegel
- und ich mach mich schön für
dich
- ich wasch mir jeden Tag die
Haare
- doch du siehst mich einfach
nicht
- ich schreib tausend
Liebesbriefe
- und ich schick sie dir nach
Haus
- doch du zeigst sie deiner
Freundin u
- nd ihr beide lacht mich aus
- ich kauf dir jeden Tag
Geschenke
- mein Taschengeld ist
weg
- doch du schenkst sie einfach
weiter
- das hat alles keinen Zweck
- ich bin verliebt das ist zum kotzen ---
usw.
-
- Schüchtern
wenn ich morgens in den Spiegel sehe
- krieg ich einen
Schreck
- und ich sag zu meinem
Spiegelbild
- bitte geh doch weg
- wenn der Nachbar auf der
Treppe
- Guten Tag sagt werd ich
rot
- bei den andern dann im
Schulbus
- fühl ich mich wie ein
Idiot
- denn ich bin schüchtern
ich bin so schüchtern ich bin
schüchtern
- und ich wär gern
unsichtbar
- ja ich bin schüchtern ich bin
so schüchtern ich bin schüchtern
- es ist traurig aber wahr
- wenn ein Mädchen in der
schule
- Guten Morgen zu mir
sagt
- fängt mein Herz an laut zu
klopfen
- und ich glaub mich trifft der
Schlag
- und ich schwitze wie ein
Affe
- ich krieg Pickel im
Gesicht
- ich hab solche Angst vor
Menschen
- ich ertrag das einfach nicht
- ja ich bin schüchtern
ich bin so schüchtern ich bin
schüchtern
- helft mir doch, ich kann ja nichts
dafür
- ja ich bin schüchtern ich bin
so schüchtern ich bin schüchtern
- hört mich denn niemand, hallo,
Hilfe, ich bin hier!
- wenn die andern in der
Klasse
- Witze machen bin ich
stumm
- wenn sie abends in der Disko
tanzen
- sitze ich nur rum
- ich kann mit niemand
sprechen
- ich fall vor Schreck tot
um
- ich trau mich nichts zu
sagen
- und ich weiss genau warum
- denn ich bin
schüchtern ich bin so schüchtern
- ich bin schüchtern das ist gar
nicht angenehm
- ja ich bin
schüchtern ich bin so schüchtern
- ich bin schüchtern das ist
mein Problem
-
- Du und ich:
- du und ich - ich und
du
- dich und mich - mich und
dich
- dir und mir - mir und
dir
- für immer...
- er und sie - sie und
er
- ihn und sie - sie und
ihn
- ihm und ihr - ihr und
ihm
- ür immer...
- es ist süß wie
Schokolade
- es ist heiß wie ein
Vulkan
- es ist krumm wie ne
Banane
- und brutal wie ein Orkan
- es erfrischt wie
Limonade
- es zerbricht wie
Porzellan
- und es klebt wie
Marmelade
- es macht dick wie Marzipan
- es ist Liebe.
- Sie und er - er und
sie
- sie und ihn - ihn und
sie
- ihr und ihm - ihm und
ihr
- für immer...
- ich und du - du und
ich
- mich und dich - dich und
mich
- mir und dir - dir und
mir
- für immer...
- es explodiert wie eine
Mine
- es ist voller Energie
- es ist gesund wie
Margarine
- es lädt jede Batterie
- es ist scharf wie ne
Machete
- die totale Hysterie
- es geht ab wie ne
Rakete
- es ist voller
Poesie &emdash;
- es ist Liebe.